Warum Märker werden?
Warum also Märker werden?


In der Präambel der Konstitution, der Satzung unseres Corps, heißt es:

„Von dem Wunsche erfüllt uns ungeachtet der politischen, religiösen und wissenschaftlichen Richtung des einzelnen auf Lebenszeit in aufrichtiger Freundschaft zu verbinden […] und die Jahre des Studiums im frohen Kreise Gleichgesinnter zu verbringen, haben wir uns zu einem festen Bunde, der Marchia, zusammengeschlossen.“

Diese Punkte bilden bis heute den Kern des Corpslebens. In erster Linie geht es uns allen also darum, die Studienjahre mit guten und verlässlichen Freunden zu verbringen, gemeinsam viel zu erleben, Spaß zu haben und als Team Herausforderungen zu meistern.

Das Corps bietet mit seinen unterschiedlichen Veranstaltungen und Fahrten die besten Voraussetzungen dafür, aus seiner Studienzeit mehr mitzunehmen, als nur einen akademischen Abschluss. Ganz nebenbei lernt man während seiner Aktivität und darüber hinaus eine Menge Menschen unterschiedlichster Persönlichkeiten und akademischer wie beruflicher Fachrichtungen aus vielen verschiedenen Corps und deren Umfeld kennen und betreibt so vollkommen ungezwungen das, was Karriereberater gerne als „Networking“ beschreiben.

Dabei stimmt das Klischee von den Seilschaften der Verbindungsstudenten nur bedingt. Kein Alter Herr würde einem fachlich inkompetenten Corpsbruder zu einer unverdienten Karriere verhelfen können oder wollen. Man darf nicht vergessen, dass jeder im Corps auch die eher unangenehmen Seiten des anderen kennen lernt, die man vor Personalern, die einen nur im Bewerbungsgespräch kennen lernen, sicher besser verstecken könnte. Aber wer würde sich bei zwei Bewerbern gleicher Qualifikation nicht für den entscheiden, den er persönlich kennen und schätzen gelernt hat und dessen außerfachliche Fähigkeiten er aus eigener Erfahrung kennt?

Das Corps wird von den Aktiven im Convent, einer Art wöchentlicher Sitzung geleitet, in der jede Entscheidung demokratisch gefällt wird. Auch die Organisation der im Semester auszurichtenden Veranstaltungen erfolgt durch dieses Gremium. Entsprechend finden regelmäßig Debatten und Diskussionen statt. Dabei lernt jeder Aktive den eigenen Standpunkt sicher und sachlich zu vertreten und dabei auch die Meinungen anderer zu akzeptieren und zu respektieren. Das schult enorm für das spätere Berufsleben und so haben Corpsstudenten anderen Berufseinsteigern rhetorisch häufig einiges voraus. Wie bereits erwähnt, werden auch Veranstaltungen hier organisiert. Daraus lassen sich ebenfalls jede Menge Erfahrungen ziehen, denn welcher andere Student kommt regelmäßig dazu Partys mit 300 Gästen, Vortragsabende, oder gar Bälle und große Abendessen für viele Personen zu organisieren und auszurichten. So hat jeder Märker die Möglichkeit an diesen Aufgaben zu wachsen, auch dadurch dass er dem Convent Rechenschaft schuldig ist, und mit ehrlicher vielleicht auch manchmal harter Kritik an seinen Leistungen umgehen muss. Das ist nicht immer angenehm, aber mit Sicherheit eine wertvolle Fähigkeit im weiteren Leben, fördert sie doch das eigene Selbstbewusstsein, schafft ein dickes Fell und schult die Kritikfähigkeit.

Nicht zuletzt wird es für jeden Aktiven in seiner Zeit bei uns den Moment geben, wo er nicht umhin kommt auch vor größerem Publikum frei zu reden. Viele Menschen, auch Akademiker, haben gerade davor große Angst und häufig auch im Beruf noch mit Nervosität in solchen Situationen zu kämpfen. Eine solche Nervosität überkommt niemandem mehr, der Derartiges im Corpsalltag immer wieder erlebt hat.

Das alles klingt nach einer Menge Aufwand und Verpflichtungen. Und tatsächlich gibt es sicherlich viele Möglichkeiten seine Studienzeit bequemer hinter sich zu bringen. Aber es gibt nur wenige Arten diese im Leben so prägenden Jahre intensiver zu erleben. Und genau darin und natürlich in den vielen fröhlichen Stunden, die man mit viel Spaß zusammen mit den Corpsbrüdern verbringt, liegt der Grund, warum es niemand von uns missen möchte, Märker zu sein.
Corps Marchia im KSCV | Bernadottestr. 68, 14195 Berlin | E-Mail: cc@corps-marchia.de | Telefon: 030 / 831 13 72